Studientag der Diözesankonferenz Beratung - Schuld und Versöhnung

Zwischen Schuldwahn und Unschuldswahn – Wie können wir entspannt über Schuld sprechen?

Das Hinterland des Schuldthemas ist unübersichtliches Terrain: In der Kirche wurde nicht selten in einer Art und Weise über Schuld gesprochen, die wenig konstruktiv war. Den Menschen wurde (Höllen-)Angst gemacht. Die Frohbotschaft wurde zur Drohbotschaft verzerrt. Auch unsere Deutsche Geschichte belastet unser Verhältnis zum Schuldthema. Die Frage, wie wir mit der Schuld umgehen können, die unsere Vorfahren in der NS-Zeit auf sich geladen haben, erhitzt bis heute die Gemüter und sie hat in vielen Familien die Art und Weise geprägt, wie mit Schuldthemen umgegangen wird.

In der Gesellschaft von heute bietet sich noch ein anderes Bild. Auch dort, wo ganz offensichtlich Unrecht passiert nimmt, kaum einer das Wort Schuld in den Mund. "Ich spreche viel lieber von Verantwortung, der Begriff Schuld klingt so vorwurfsvoll." Diesen oder ähnliche Sätze hören wir nicht selten in Beratungsgesprächen.

Psychologisch ist beides problematisch. Weder das dauernde Spiel mit Schuldvorwürfen macht glücklich, noch der Wahn, ja keinen Fehler machen zu dürfen, immer perfekt und schuldlos sein zu müssen. Umso wichtiger ist es, dem Thema in Beratungssituationen unsere Aufmerksamkeit zu widmen.

In den Vorträgen werden wir vier Themen nachgehen:

  • Wir werden uns bewusst machen, dass die historischen Belastungen uns dazu verführen können, das Schuldthema zu vermeiden.
  • Es geht darum, wie sehr das Schuldthema aus psychologischer Sicht zum Menschen dazu gehört und wie wichtig es ist, es zu thematisieren.
  • Wir diskutieren, wie das Schuldthema in unseren Beratungsprozessen vorkommt und wie wir ihm dort einen guten Platz geben können. Dabei geht es auch um die Versuchung, Schuld durch andere Themen zu ersetzen, die angeblich leichter zu bewältigen sind.
  • Und wir fragen danach, wie uns unsere christliche Tradition inspirieren kann: Hier gibt es eine jahrhundertelange Erfahrung, konstruktiv mit den Themen Schuld und Vergebung umzugehen und in diesen Bereichen sprachfähig zu sein.

Diese Veranstaltung wird von folgenden Kooperationspartnern organisiert: Anke Hirsch (esperzana Schwangerschaftsberatung), Annelie Bracke (Telefonseelsorge),  Günther Bergmann (Ehe-, Familien- und Lebensberatung), Georg Seegers (Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e. V.)

 

Kurs Nr.
21819-49
Ort
Katholisch-Soziales Institut, Bergstraße 26, 53721 Siegburg
Datum
26.09.2019
Uhrzeit
09:30 - 17:00 Uhr
Kostenfreie Abmeldung bis
22.08.2019
Anmeldeschluss
19.09.2019
Teilnehmende (max.)
150
Zielgruppe
Mitarbeitende der Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Erziehungsberatung, Schwangerschaftsberatung sowie Telefonseelsorg
Kosten für Mitarbeitende
30,00
Kosten für Externe
30,00
Anmerkungen Kosten
inklusive Verpflegung
Inhaltliche Fragen
Georg Seegers, 0221 2010-286, georg.seegers@caritasnet.de und Anke Hirsch, 0221 2010-144
Referent/in 1
Dr. Christoph Hutter
Profession
Diplom-Theologe, Diplom-Pädagoge, Psychodramatiker (DFP), Ehe-, Familien-, Lebens- und Erziehungsberater (BAG), Ausbilder und Supervisor für Psychodrama
Bildungspunkte (ECTS)
0,6