Starthilfe in der Heimerziehung

Einführungstage für Berufsneulinge

Berufseinsteigerinnen und -steiger wissen (fast) alles, sind gut ausgebildet und motiviert. In dieser Weiterbildung finden Sie Unterstützung für Ihren Start in der Herausforderung Heimerziehung. Einsteigerinnen und Einsteiger in den stationären Heimalltag mit den dazu gehörenden pädagogischen wie auch organisatorischen Herausforderungen geraten rasch an Grenzen beziehungsweise in überfordernde Situationen. Die Fülle der Aufgaben und Themen gilt es nicht nur zügig zu erfassen, sondern auch möglichst schnell in eigenes Handeln zu integrieren. Rasch lassen sich drei Kernthemen identifizieren:

  1. Alltag organisieren
  2. Verhalten verstehen
  3. Krisen bewältigen – Fallarbeit und Beratung

Diesen drei Bereichen werden wir uns, im Rahmen der viertägigen an der Praxis orientierten Fortbildung intensiv widmen. Dabei werden wir auf den Arbeitsalltag und  die konkreten Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingehen. Wir erarbeiten gemeinsam nutzbare und hilfreiche Optionen des Verstehens, einer angemessenen Haltung und des Umgangs in diesem pädagogischen Alltag.

  1. Alltag organisieren
    Oft unterschätzt ist die Bedeutung des Alltags einer stationären Gruppe beziehungsweise des pädagogischen Konzeptes. Es gilt diese Basis gut zu organisieren und in den Griff zu bekommen. Entlang vieler, scheinbar unbedeutender alltäglicher Botschaften wird eine wesentliche Grundlage für die Stimmungen der Gruppe und eine souveräne, professionelle Präsenz der Erwachsenen gelegt. Es werden Kernelemente des Heimalltag identifiziert, um anhand von konkreten Beispielen die Anzahl der überfordernden Stressoren im Bereich Tagesablauf, Tagesstruktur, Basisregeln des Zusammenlebens und so weiter zu reduzieren.   
  2. Verhalten verstehen
    Die individuellen Belastungen, die unsere Kinder und Jugendliche in den professionellen Heimalltag und dessen Aufträge und Ziele mitbringen sind vielfältig. Meist erschließt sich das „wieso verhält der/die sich so“ nur allmählich und nach intensiver Suche, Diagnostik, Beratung und so weiter. Sie lernen ein Verstehensmodell für die Entwicklung von Haltung sowie Verhalten. Stichworte hierzu sind unter anderem Trauma verstehen, Narzissmus, eigene Haltungen, Beteiligung, Feedback, dialogische beziehungsweise kommunikative Prinzipien. 
  3. Krisen bewältigen – Fallarbeit und Beratung
    Selbst wenn die ersten Beiden benannten Kernthemen gut bewältigt sind, kommt es in dem „katastrophischen System Gruppe“ immer wieder zu hoch belastenden Krisensituationen mit (grenz-)verletzendem Verhalten. An dieser Stelle hilft ein grundsätzliches Verständnis von Krisen, Klarheit über die Stressmechanismen und Kenntnis darüber, was wann überhaupt möglich ist. In diesem Thema erfahren wir uns bei Stress an Grenzen und lernen hilfreiche Methoden kennen, die diese Krisen überstehen helfen. Den zweiten Tag dieses Blockes nutzen wir, um die gesammelten Erfahrungen zu reflektieren, individuelles Feedback zu geben und Methoden zu vertiefen.

Die vier Tage brauchen die Bereitschaft zu offener und engagierter Teilnahme. Wir werden neben einem angemessenen Input von Basistheorien vor allem die praktische Relevanz erarbeiten und konkrete Vorgehensweisen trainieren. Wir arbeiten mit kollegialer Beratung, Coachingelementen, (auch) „körperlichen“ Übungen, Videotraining.

Kurs Nr.
21820-345
Ort
Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e. V., Georgstraße 7, 50676 Köln
Datum
27.08., 10.09., 08.10., 09.10.2020
Uhrzeit
09:30 - 17:00 Uhr
Kostenfreie Abmeldung bis
23.07.2020
Anmeldeschluss
20.08.2020
Teilnehmende (max.)
12
Zielgruppe
Mitarbeitende der (teil)stationären Erziehungshilfen
Kosten für Mitarbeitende
400,00
Kosten für Externe
440,00
Anmerkungen Kosten
inklusive Getränken und Mittagessen
Inhaltliche Fragen
Dominik Duballa, 0221 2010-263, dominik.duballa@caritasnet.de
Referent/in 1
Roger Krämer
Profession
Staatlich anerkannter Erzieher, Diplom-Sozialpädagoge, Systemischer Coach
Bildungspunkte (ECTS)
2,2