Fachkraft für Inklusion

Zertifikatskurs zur gemeinsamen Betreuung, Erziehung und Bildung von Kindern mit und ohne Behinderung - Fortsetzung

Alle Kinder - mit und ohne Behinderung - wollen dazugehören, spielen, lernen und Spaß haben. Die Kita ist der erste gemeinschaftliche Lebensort, der Kindern für ihre Interessen, Fähigkeiten und Bedürfnissen offen steht. Inklusive Pädagogik will die wachsende Vielfalt der Lebensbedingungen und die Individualität der kindlichen Entwicklung ernst nehmen und anerkennen, und dabei das allen Gemeinsame in einem sozialen Miteinander gestalten.

Diese Weiterbildung umfasst 20 Tage und besteht aus einzelnen thematisch abgeschlossenen, aber aufeinander abgestimmten Modulen. Die Umsetzung in die Praxis wird durch ein Lerntagebuch mit Praxisaufgaben, eine zweitägige Hospitation und die Präsentation eines inklusiven Lernprozesses unterstützt. Die erfolgreiche Teilnahme an der gesamten Fortbildung, die Bearbeitung der Lernaufgaben sowie die Präsentation in einer Abschlussveranstaltung werden mit einem Zertifikat mit der Bezeichnung "Fachkraft für Inklusion" bescheinigt.

Dieser Zertifikatskurs richtet sich an Mitarbeitende, die die erforderlichen fachlichen und persönlichen Kompetenzen für die gemeinsame Betreuung, Erziehung und Bildung von Kindern mit und ohne Behinderung stärken und weiter entwickeln wollen.  Dabei wird Inklusion in einen weiten Horizont gestellt und die unterschiedlichen Perspektiven des Kindes, der Eltern, der Fachleute und aller anderen Beteiligten einbezogen. Als "Fachkraft für Inklusion" können Sie am Ende sinnvolle Inklusionsprozesse initiieren und planen, kompetent begleiten und reflektieren, in Team bringen und kooperativ gestalten.

Modul 3: Mit allen Sinnen - Bewegungsstörungen, Sensorische Integrationsstörung, psychomotorische Förderung, Basale Stimulation (25.02., 26.02., 27.02.2019)

Sensorische Integration ist der Vorgang des Ordnens, des Verarbeitens und der Nutzbarmachung sinnlicher Eindrücke aus Umwelt und Körper. Das Integrieren sensorischer Reize ermöglicht uns, mit der Umwelt in Kontakt zu sein, uns mit ihr auseinanderzusetzen und uns darin sicher und angemessen zu verhalten. Störungen im Ablauf dieser alltäglichen, essentiellen Prozesse wirken sich auf motorischer, kognitiver, emotionaler und kommunikativer Ebene aus.

Ziel dieses Seminars ist die Vermittlung und das Selbsterfahren von Inhalten, die zum besseren Verständnis für das Verhalten betroffener Menschen beitragen und zugleich entwicklungsorientierte Lösungspotentiale aufzeigen.
Wichtige Stichworte im Hinblick auf diese Zielsetzung sind:
  • physiologische Grundlagen der sensorischen Integration;
  • die Basissinne;
  • Voraussetzungen für Wahrnehmung und Entwicklung;
  • Störungsbilder erkennen und Erscheinungsbilder verstehen;
  • Grundlagen der SI-Therapie sowie
  • Fördermöglichkeiten und Vorbereitung auf die Schule.
Es werden beispielhafte Therapievideos demonstriert und die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, Fallbesprechungen oder -videos einzubringen.

Referent: Andreas Heimer

4. Modul: Entwicklung und Elternpartnerschaft (02.04., 03.04., 04.04.2019)

Die Beobachtung der kindlichen Entwicklung steht heute oft im Fokus pädagogischer Arbeit. Die pädagogische und multiprofessionelle Einschätzung des Entwicklungsstandes lassen die Verschiedenheit der Entwicklungsverläufe deutlich werden. Dies verändert auch die Zusammenarbeit mit den Eltern, die oft genauso herausfordernd ist wie die inklusive Arbeit mit allen Kindern. Mit einem anderen Blick auf die Eltern sollen neue Perspektiven der Erziehungspartnerschaft in der Inklusion aufgezeigt und sensible Elterngespräche eingeübt werden.

  • Welche psychologischen und pädagogischen Aspekte beschreiben die kindliche Entwicklung?
  • Was passiert in der Entwicklungsdiagnostik? Wobei kann sie helfen?
  • Welche pädagogischen Aufgaben ergeben sich aus den Entwicklungsauffälligkeiten? Was bedeuten Resilienz und Diversity?
  • Wie kann eine gelungene Erziehungspartnerschaft aussehen? Wie gelingen helfende Gespräche?
  • Wie gewinnt man Verständnis für Ängste, Unsicherheit, Widerstände?
  • Wie gehe ich um mit schwierigen Eltern, anderen Welten und konfliktreichen Themen?

Referentin: Marion Schwermer

Modul 5: Konzeptionelle Gestaltung (01.07., 02.07.2019)

„Bei uns sind alle Kinder willkommen.“ Reicht diese Aussage in der pädagogischen Konzeption, um inklusiv in der Kita zu arbeiten bzw. sich auch nach außen als Einrichtung darzustellen, in der Kinder mit Behinderung Bildung, Betreuung und Förderung erfahren? In diesem Modul sollen Fragen wie:

  • Was verbirgt sich hinter dem inklusiven Ansatz?
  • Welche Formen der Dokumentation werden genutzt, um allen Kindern in der Einrichtung gerecht zu werden?
  • Wie werden Übergänge gestaltet?

Anhaltspunkte und Ansätze darlegen, die helfen, sich auch konzeptionell auf den Weg zu machen. Die Verinnerlichung der Haltung zur Inklusion spielt hierbei eine tragende Rolle. Ebenso werden in diesem Modul die Erfahrungen und Ergebnisse der beiden Hospitationstage der Teilnehmenden ausgewertet.

Referentin: Petra Opschondek

Modul 6: Sprachentwicklung und integrative Sprachförderung (22.10., 23.10.2019)

Um die Kinder in ihrer Sprachentwicklung gut begleiten und unterstützen zu können, reicht es nicht aus, sich nur um Eckdaten der regelgerechten Sprachentwicklung zu kümmern. Erst das Verständnis für die Komplexität der Sprachentwicklungsprozesse sowie die Erfahrung des Stellenwertes einer einfachen Kommunikation lassen uns den Kindern – mit und ohne Behinderung – ganzheitlicher und echter begegnen. Dabei entdecken wir, wie schön und bewusstseinserweiternd unser Bedürfnis ist, gemeinsam mit anderen Professionen auf die Entwicklung und Förderung einzelner Kinder zu schauen und weitere Fragen zu klären:

  • Wie hängen die Entwicklungen des Bewegungsapparates mit der Sprachentwicklung zusammen?
  • Sagt das Kind nur dann etwas, wenn es spricht?
  • Müssen wir mehr mit den Kindern üben?

Referentin: Mechthild Laukötter

Modul 7: Unterstützung organisieren (20.11., 21.11., 22.11.2019)

Inklusion geht nur mit Unterstützung. Ausgehend vom Bedarf aller Kinder wird überlegt, wie die eigenen Ressourcen in der Kita, die Ressourcen des Familiensystems und die Ressourcen des Hilfesystems entdeckt und für die anstehenden Entwicklungsschritte sinnvoll eingesetzt werden können. Hilfe- und Förderplanung werden als pädagogisches Arbeitsinstrument vorgestellt.

  • Wie erkennt man die Unterstützungsbedarfe der Kinder und deren Familie? Wie kommt man darüber mit Kolleginnen, Eltern und Fachkräften ins Gespräch?
  • Wen kann man wofür ansprechen? Wie verändert sich die berufliche Rolle durch die Kooperation im Netzwerk?
  • Woran erkennt man erfolgreiche Inklusion? Wie kann eine Evaluation der inklusiven Pädagogik aussehen?
  • Wie achtet man auf die eigenen Grenzen? Wie arbeitet man mit begrenzten Ressourcen? Wo beginnt die Überforderung, und wie schafft man Entlastung?

Referentin: Marion Schwermer

Abschlusstag für Teilnehmende, deren Leitungen, Referentinnen und Referenten sowie weiteren Gästen (2019)

Mit einem Rückblick auf den Weg der Lerngemeinschaft endet die Fortbildung. Als "Fachkraft für Inklusion" präsentieren die Teilnehmenden einen Schritt ihres Lernprozesses; zum Abschluss werden die Zertifikate überreicht.

Kurs Nr.
23219-209
Hinweise
Leitung: Marion Schwermer
Ort
Prälat-Boskamp-Haus, Georgstraße 18, 50676 Köln
Datum
25.02., 26.02., 27.02., 02.04., 03.04., 04.04., 01.07., 02.07., 22.10., 23.10., 20.11., 21.11., 22.11.2019
Uhrzeit
09:00 - 16:00 Uhr
Kostenfreie Abmeldung bis
21.01.2019
Anmeldeschluss
18.02.2019
Teilnehmende (max.)
18
Zielgruppe
Alle pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Kurs 2018 begonnen haben.
Kosten für Mitarbeitende
660,00
Kosten für Externe
855,00
Anmerkungen Kosten
Rate für 2019
Anmerkungen für Externe
Rate für 2019
Referent/in 1
Mechthild Laukötter
Profession
Lehrlogopädin
Referent/in 2
Petra Opschondek
Profession
Kita-Leiterin, Qualitätsmanagerin
Referent/in 3
Andreas Heimer
Profession
Physiotherapeut, Sensorische Integration, Bobath, Akupressur, Heilpraktiker Physiotherapie
Bildungspunkte (ECTS)
7